Hallo ihr,
Am Sonntag war das Auckland Harbour
Crossing und damit das groesste Ding, was ich bislang durchgezogen habe. Ganze 2,9 km
schwimmen war mehr als mein Trainingslevel, was derzeit bei 1,5 or maximal 2 km liegt. Dazu waren die Wetterverhaeltnisse ausgerechnet am Sonntag nicht grade einladend. Den Tag vorher (und heute) natuerlich super Sommerwetter und
ausgerechnet am Sonntag war es kalt, super stuermisch, boeig und windig! Prima
Konditionen also.
Bei den Durchsagen kurz vor SchwimmStart wurde immer wieder
betont, dass Erst-Teilnehmer sich nicht zuviel zumuten sollten. Und wer nicht sicher
und konfident bereits 3 Kilometer geschwommen hat, sollte lieber zurueckziehen.
Einige Schwimmer haben den Schwanz eingezogen und haben nicht
teilgenommen. Aber ich dachte mir, ne, nu bin ich hier, und will das jetzt. Hab
dann neben mir noch 2 weitere nette Leute gehabt, denen es genauso ging. Haben
uns nett unterhalten und uns gegenseitig Mut zugesprochen. Dann ging es auch
schon an den Start mit insgesamt ueber 1600 Schwimmern, die in Etappen das
Wasser antraten.
Die ersten 900 m waren mit einer grossen orangen Boje versehen
- eine Deadline. Wer es bis hierhin nicht in 34 min geschafft hat, wird ins
Boot gezogen. Ich war dort in 13 min angekommen und voll motiviert. Habe dann
das Feld mit den anderen draengelnden Schwimmern geteilt und dabei Fuesse ins
Gesicht bekommen, Arme um mich herum und dies nervige Gegrabbel von allen
Seiten der Mitkonkurrenten ertragen muessen.
Mitten im offenen Meer
angekommen war ordentlich Wellengang, der mich teilweise angehoben hat und mich
auf die Wasseroberflaeche wieder fallen lassen hat. Die Wellen waren etwa 50-60
cm hoch. Mir wurde paarmal ins Gesicht gepatscht wie ne Backpfeife und ich
wurde ein bisschen aggressiv deswegen, was mich aber auch wiederum bestaerkt
und schneller schwimmen lies. Ich wollte den Kram nur hinter mich bringen.
Ich habe versucht, meinen Schwimmrhythmus so gut wie es geht beizubehalten und bin
immer von Boje zu Boje geschwommen. Habe die Distanz verfolgt, wie weit ich
bin. Nach der ersten 900 m Boje waren alle 450 m immer eine weitere grosse
orange Boje. Die letzte grosse war am Einfahrtsbereich in den Viaduct Harbour,
das Hafengebiet, wo die Faehren, Yachten und Boote anliegen. Ich war
uebergluecklich als ich dort ankam.
„Ich bin fasst da!!“ Dann ging es vorbei an
den unglaublichen Mengen an Zuschauern auf den Stegen, Bruecken und an den
Gelaendern, die anfeuerten, jubelten und applaudierten. Je naeher ich dem
Zieleinlauf kam, desto mehr Zuschauer, die offensichtlich nicht mit Kaffee und Kuchen auf den
Sofa zuhaus sassen, denn sie standen im lausigen Wetter hier herum. Alles
Wahnsinn dacht ich mir. Ich musste so sehr lachen waehrend ich schwamm und war so uebergluecklich, als ich realisierte, dass ich
es geschafft habe.
Nur noch wenige Meter entfernt. Ich hatte einen richtigen
Adrenalinschub als ich an den grossen Steinstufen ankam, langsam mich
hochraffte und etwas schwindelig war, dann aber fix durch das Ziel rannte. Eine
Wahnsinnserfahrung mit dem wohl breitesten Grinsen von 2012 und ich bin froh, mich
dieser Herausforderung gestellt zu haben.
Ich hatte um mir herum
mitbekommen, dass sehr viele Schwimmer in die Boote gezogen wurden. Die Life
Guards im offenen Meer und Ambulanzleute haben eine gute Arbeit geleistet. Aus Sicherheitsgruenden entschieden sie, Schwimmer reinzubringen, die in
deren Augen schwach aussahen. Ich bin dann besser schnell „weggeschwommen“
bloss nich ins Boot - keine Schwaeche zeigen, denn das war mein groesster
Feind, diese Boote… wenn man sich entschieden hat, das Hafenbecken zu
ueberqueren soll es auch so sein.

















































































































